Der frühere und der neue Bürgermeister von Zülpich mit ihren Ehenfrauen (v.r.): Albert Bergmann, Mary Bergmann, Ulf Hürtgen, Diana Hürtgen.Der frühere und der neue Bürgermeister von Zülpich mit ihren Ehenfrauen (v.r.): Albert Bergmann, Mary Bergmann, Ulf Hürtgen, Diana Hürtgen.

Eigentlich wollte sich Albert Bergmann nach seiner elfjährigen Amtszeit als Zülpichs Bürgermeister auf den Sattel eines E-Bikes schwingen und hatte sich für dessen Neuanschaffung etwas Kleingeld als Geschenk gewünscht. Was sein Nachfolger Ulf Hürtgen dann aber als Fahrrad in den großen Sitzungssaal des Zülpicher Rathauses schob, quietschte und schepperte sehr laut. Über den Schrottwert dieses Gefährts konnte da auch nicht die liebevolle Bemalung in den Farben von Albert Bergmanns Lieblingsverein 1. FC Köln hinwegtäuschen. Nach dem ersten Schrecken überreichte Ulf Hürtgen in einem großen Briefumschlag dann doch das korrekte Geschenk der Rathaus-Belegschaft. Heinz-Peter Weiß überbrachte die Glückwünsche der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Ruhestand. „Ich habe mich jederzeit auf Sie verlassen können und dafür danke ich Ihnen sehr“, gab Albert Bergmann dankend zurück.

Die Liebe zum 1. FC Köln war aber nicht nur beim internen Abschied von Albert Bergmann ein Thema. Auch bei seiner offiziellen Verabschiedung als Bürgermeister der Stadt Zülpich und gleichzeitiger Entlassung in den Ruhestand griffen einige Laudatoren bei ihren Abschiedsreden zum Fußball-Jargon.

„Die Landesgartenschau Zülpich 2014 und ihr großer Erfolg werden immer mit deinem Namen verknüpft sein“, sagte Amtsnachfolger Ulf Hürtgen. Daher fand diese Verabschiedung auch im Seebadgebäude des Gartenschauparks Zülpich, dem Nachfolgepark der Landesgartenschau statt. Ulf Hürtgen dankte seinem Vorgänger für die vielen Jahre vertrauensvoller Zusammenarbeit in Meckenheim und Zülpich.

Albert Bergmann (r.) bedankt sich bei seinen politischen Weggefährten und Mitarbeitern für elf Jahre bewegende und schöne Amtszeit.Albert Bergmann (r.) bedankt sich bei seinen politischen Weggefährten und Mitarbeitern für elf Jahre bewegende und schöne Amtszeit.

„Wie der FC stiegen Sie 2004 aus der zweiten Liga schließlich in die erste Bundesliga nach Zülpich zum Amt des Bürgermeisters auf“, erläuterten die stellvertretenden Bürgermeister Silvia Wallraff und André Heinrichs in ihrer gemeinsamen Rede. So verglichen sie die Neuordnung des Rathauses unter Albert Bergmann mit der Aufstellung einer Fußballmannschaft, deren Spiele von Managerin Petra Havenith im Vorzimmer angepfiffen wurden. „Mit der Landesgartenschau holten Sie schließlich den Pott der Champions League nach Zülpich.“

Für die Zülpicher Ortsvorsteher verabschiedeten und bedankten sich Christine Bär, Luzia Schumacher, Franz Glasmacher und Josef Heinrichs. „In Linzenich-Lövenich kann man ab 60 Jahren am Seniorencafé teilnehmen“, meinte Franz Glasmacher augenzwinkernd.

„Sie haben Zülpich nicht nur verwaltet sondern aktiv gestaltet“, sagte der CDU-Fraktionschef Ralf Engels. „Hier in Zülpich haben Sie eine andere politische Kultur kennengelernt. Von Meckenheim waren Sie ausufernde Sitzungen bis nach Mitternacht gewohnt. Da hat Ihre Frau sicherlich manches Mal gestaunt, wie früh Sie in der Römerstadt abends wieder zuhause waren“, ließ Engels Revue passieren.

Zu den weiteren Laudatoren gehörten Landrat Günter Rosenke, Dr. Hans-Peter Schick aus der Nachbarkommune Stadt Mechernich, Diplom-Ingenieur Norbert Engelhardt vom Vorstand des Erftverbandes und Albert Stumm, Vorsitzender des Fördervereins des Gartenschauparks Zülpich. Immer wieder hervorgehoben wurden Albert Bergmanns führende Rolle und treibende Kraft in der rasanten Stadtentwicklung Zülpichs und der Durchführung der Landesgartenschau Zülpich 2014.

Albert Bergmann selbst zeigte sich sichtlich gerührt von der Organisation und den freundlichen Worten. „Der Rückblick auf elf Jahre als Bürgermeister der Stadt Zülpich erfüllt mich mit Stolz, Dankbarkeit und Freude. Zusammen mit dem Rat und den Mitarbeitern der Stadt Zülpich haben wir in diesen Jahren viel bewegen können.“ Zum Schluss bedankte er sich noch bei seiner Sekretärin Petra Havenith für die gemeinsame Zeit und bei seiner Frau, die aufgrund seiner Verpflichtungen oftmals alleine auskommen musste.

Den Besucherinnen und Besuchern des Gartenschauparks Zülpich wird Albert Bergmann noch lange erhalten bleiben. Denn die Blütenachse vom Haupteingang zum Seebad trägt als Abschiedsgeschenk der Stadt Zülpich ab sofort den Namen „Albert-Bergmann-Weg“.

Für die musikalische Begleitung mit Liedern von „Walking on sunshine“ bis zum Udo-Jürgens-Medley sorgte an diesem Tag die Big Band des Musikschulzweckverbandes Schleiden unter der Leitung von Engelbert Schneider.

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