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Stadt Zülpich

Verschärfte Corona-Regeln im Kreis Euskirchen

Ab Dienstag (22.12.2020) gelten im Kreis Euskirchen neue Kontakt- und Einzelhandelsbeschränkungen. Die ursprünglich ebenfalls verfügte Ausgangssperre wurde nach einem Eilbeschluss des Verwaltungsgerichts Aachen aufgehoben.

+++ UPDATE +++ (24.12.2020)

Nach Klage eines Bürgers aus dem Kreis Euskirchen hat das Verwaltungsgericht Aachen am 23. Dezember 2020 im Eilverfahren einen Beschluss zur Allgemeinverfügung des Kreises Euskirchen getroffen. Zur Frage der Beschränkung privater Zusammenkünfte (Ziffer 7) hat das Gericht dem Kreis recht gegeben, zur Frage der Ausgangsbeschränkungen (Ziffer 3) wurde dem Antragsteller entsprochen. Dem entsprechend wurde eine Änderungsverfügung zur Allgemeinverfügung in Kraft gesetzt, der zufolge die Ausgangssperre (Ziffer 3) aufgehoben wird. Alle weiteren Regeln bleiben bis 10. Januar in Kraft.


Für den Kreis Euskirchen ist unmittelbar vor oder während der anstehenden Weihnachtsfesttage zu erwarten, dass die 7-Tages-Inzidenz, den kritischen Schwellenwert von 200 übersteigt. Landrat Markus Ramers hat wegen dieser sehr ernsten Entwicklung am Montag den Krisenstab einberufen, um über das weitere Vorgehen zu beraten und präventive Maßnahmen abzustimmen. „Das vorrangige Ziel ist, alles dafür zu unternehmen, die vulnerablen Gruppen, unsere medizinischen Versorgungseinrichtungen und ihr Personal zu schützen“, so Ramers. 

Daher ist ein kurzfristiges Handeln zwingend erforderlich, damit auch die Bürgerinnen und Bürger ein Stück mehr Planungssicherheit und Perspektive für die Festtage erhalten. Im Vorfeld ist mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW über die weiteren zusätzlichen Schutzmaßnahmen Einvernehmen erzielt worden, die nun mit Datum vom 22.12.2020 in Kraft treten.

Wesentliche Inhalte betreffen den Schutz der besonders gefährdeten Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Hier werden die Vorschriften zum Tragen von FFP2-Masken verschärft. Das ständige Tragen einer FFP2-Maske ist für alle Mitarbeitenden nun verpflichtend - auch bei Kontakten der Mitarbeitenden untereinander. In den Arbeitspausen besteht ebenfalls Maskentragepflicht, soweit Kontakt zu anderen Personen besteht. Besucher in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen haben dauerhaft eine FFP2-Maske zu tragen.

In den zurückliegenden Monaten der Pandemie hat sich wiederkehrend gezeigt, dass der Besuch von Gottesdiensten zu einem Treiber der Infektion werden kann. Daher ist es wichtig, die Reduzierung von Kontakten weiter in den Mittelpunkt unserer Bemühungen zu stellen, um dem Virus keine weitere Angriffsfläche zu bieten. Der Kreis Euskirchen hätte daher gerne die Präsenzgottesdienste und Veranstaltungen der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Präsenzform im Sinne des vorbeugenden Infektionsschutzes untersagt. Leider konnte hier kein Einvernehmen mit dem Land NRW hergestellt werden. Hier wurde folgende Regelung getroffen:

  • Begrenzung der Gottesdienstdauer auf maximal 45 Minuten
  • Reduzierung der Höchstzahl der Gottesdienstteilnehmer in jeder Kirche bzw. in jedem Versammlungsraum um 30% (bezogen auf die jeweils pandemiebedingt bereits reduzierte Platzzahl)
  • Begrenzung der Höchstzahl der Gottesdienstteilnehmer bei Freiluftgottesdiensten auf 250

Die Kontaktbeschränkungen auf maximal 5 Personen (ausgenommen Kinder unter 14 Jahren) aus zwei Haushalten werden auf den Bereich der privaten Räumlichkeiten erweitert. Vom 24. bis 26. Dezember 2020 gilt eine Ausnahmeregelung, die Treffen von Personen des eigenen Hausstandes mit höchstens vier weiteren Personen aus dem engsten Familienkreis zulässt.

Weitere Maßnahmen betreffen z.B. Regelungen im Einzelhandel, Fahrgemeinschaften und das Tragen von Alltagsmasken in geschlossenen Räumen. Alle Details der nun geltenden Allgemeinverfügung sind unter  www.kreis-euskirchen.de/bekanntmachungen einzusehen.

Die bisherigen Maßnahmen konnten das exponentielle Pandemiegeschehen unterbrechen, jedoch nicht nachhaltig zu einer Verbesserung der Situation führen. Um langfristig in der Pandemiebewältigung Erfolg zu haben und den Inzidenzwert wieder deutlich nach unten zu senken, ist eine weitere gemeinsame Kraftanstrengung nötig. Landrat Ramers appelliert nach nun fast zehnmonatiger Pandemiezeit nochmals an die Geduld und Zuversicht der Bürgerinnen und Bürger im Kreis Euskirchen und bittet darum, die Vorgaben einzuhalten.

Die die am 22. Oktober 2020 vom Kreis erlassene Allgemeinverfügung bei Überschreiten des 7-Tages-Inzidenz-Wertes von 50 behält weiterhin ihre Gültigkeit.

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Bildnachweise

  • Syaibatul Hamdi auf Pixabay
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