Besonders stolz sind die Füssenicher auf ihren Lokalheiligen Alderikus, der seitdem Mittelalter eine hohe Verehrung genießt.
 
In der nördlichen Gemarkung, in Richtung auf Gut Dirlau zu, das früher einmal zum Klosterbesitz gehörte, baute man ihm Ende des vergangenen Jahrhunderts eine Kapelle, die heute von einer riesigen, unter Naturschutz stehenden Roßkastanie beschattet wird. Das Kirchlein ist über dem Alderikus-Pütz errichtet worden, einer kleinen Quelle, die nach der Legende dort entsprang, wo Alderikus auf Geheiß Gottes seinen Hirtenstab in die Erde stieß, als er von Fieber gepeinigt nach Wasser lechzte.

Die uns bekannte Geschichte des Heiligen ist von einem bunten Gemisch von Legenden, Überlieferungen und ernsthafter Forschung gekennzeichnet. Danach war Alderikus ein hochadeliger Jüngling. Dürens Geschichtsschreiber Jakob Polius spricht in seiner Lebensbeschreibung des Heiligen aus dem Jahre 1636 vom Sohn des französischen Königs – der nach einer Eingebung des Heiligen Geistes als Laienbruder die “niedrigsten Dienste” als Schweinehirt verrichtete, nachdem er auf einer Pilgerreise nach Köln in Füssenich geblieben war. Er ging als ein Beispiel an Demut, Frömmigkeit und Pflichttreue in die Geschichte des Prämonstratenser-Klosters und des Dorfes ein. Alderikus starb als etwa 20jähriger (Anfang des 13. Jh.) Seine Verehrung ist Mitte des 14. Jh. erstmals bezeugt. Bis heute noch kommen die Gläubigen aus nah und fern, um am Alderikus-Tag, dem 6. Februar, Wasser aus der Bruchsteingefassten Quelle zu schöpfen, dem eine heiltätige Wirkung, insbesondere bei Augenleiden, zugeschrieben wird.

Die Gebeine des nur im hiesigen Raum verehrten Heiligen sind der kostbarste Reliquienschatz der Pfarrkiche. Sie ruhen in einem kunstvollen Holzschrein aus dem Jahre 1744, der in einem Sarkophag aus schwarzem Marmor im Mittelgang der Kirche beigesetzt ist. Im übrigen ist die einheitliche Ausstattung der aus dem Beginn des 18. Jh. Stammenden einschiffigen Ziegelbaukirche eine Sehenswürdigkeit für sich, nicht nur, weil sie eine der wenigen nennenswerten Barockkirchen des Rheinlandes ist. Von der Orgelempore über das Gestühl, die Seitenaltäre und die Kanzel, bis zum Hochaltar in Weiß und Gold, wurde die gesamte Innenausstattung erst kürzlich einer Restaurierung durch den Landeskonservator unterzogen, die zusammen mit der Neugestaltung des Kirchenäußeren das geschlossene Bild einer sakralen Bau- und Kunstepoche hervortreten läßt, das in unserem Gebiet seinesgleichen sucht.

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