Wo der Neffelbach die letzten Eifelausläufer verläßt und seine fruchtbaren Niederungensich in die weite Kölner Bucht öffnen, liegt Füssenich, ein langgestrecktes Straßendorf.

Sein Name Fusciniacum aus keltoromanischer Zeit zeugt von einem hohen Alter und vorgeschichtlicher Besiedlung, wie bei den meisten auf –ich endendenOrten im Neffel- und Rotbachtal. Im nahen Zülpich fand man einen Matronenstein, der dem Ort eine “Geburtsurkunde” ist, wie sie an Alter und historischer Treue nur ganz wenige in der weiten Runde aufzuweisen haben: “Matronis Aufaniabus Fuscinius”. Die im Zülpich-Füssenicher Raum äußerst lebhafte und erfolgreiche Heimatforschung sieht in diesem Fuscinius, der den Altar stiftete, den gallo-römischen Hofbesitzer, von dem Füssenich seinen Namen herleitet. Allgemeine Erfahrungssätze bei der Erforschung des Matronenkults in unserem Gebiet lassen es als wahrscheinlich gelten, dass dieser Gutshof Fusciniacum spätestens im 2. Jahrhundert nach Christus bestanden hat. An einem Seitenarm der großen Römerstraße Köln-Zülpich-Trier gelegen, war Füssenich zur Römerzeit lebhaft besiedelt, wie Funde nördlich des Ortes und in den Gärten in Richtung Geich zeigen, bei denen umfangreiche Baureste, Urnen,Kupfermünzen und ein Matronenstein zutage traten.

Heute hat die in unzähligen Windungen durch den Ort führende K82 (früher B56) Füssenich den Ruf des Dorfes “mit den meisten Kurven” eingebracht, wobei man wie selbstverständlich den östlichen Nachbarort Geich mit einbezieht. Beide Dörfersind ineinander gewachsen und stellen einen geschlossenen Siedlungskomplex dar. Beide Dörfer bilden eine Kirchengemeinde.Dies ist historisch gewachsen. Füssenich, Geich und Eilich – letzteres gehört heute zu Füssenich – bildeten seit der frühesten Zeit der Christianisierung unseres Gebietes die Zülpicher St. Marien-Pfarre, die die Forschung der frühfränkischen Zeit für die älteste Kirche des an frühen Pfarrgründungen nicht armen Neffeltales hält.

Erst 1806, während der von den Franzosen verfügten großen Revision der kirchlichenOrganisation, wurden Füssenich und Geich selbständige Pfarrei, die 1716 konsekrierte barocke Klosterkirche der Prämonstratenserinnen ihre Pfarrkirche. Das fruchtbare Bördenland, das Füssenichs Landwirtschaft zur Hauptsache wegen des ausgedehnten Zuckerrübenanbaus zum Haupterwerbszweig des Dorfes machte, war schon im hohen Mittelalter entscheidender Anziehungspunkt für die Gründung des Prämonstratenserinnen-Klosters, das bis heute das Gesicht des Dorfes mitbestimmt.
 
Eine reichbebilderte und detaillierte Chronik des Doppeldorfes Füssenich-Geich bis zur kommunalen Neugliederung 1972 finden Sie auf der privaten Homepage http://www.justizclub-dueren.de/Der-Autor-und-seine-Heimat

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