Die Dörfer Linzenich- Lövenich liegen kaum 10 Minuten von Zülpich entfernt. Getrennt durch den Rotbach, bilden Lövenich auf der linken und Linzenich auf der rechten Seite die Pfarrgemeinde St. Agnes Lövenich.

Im Süden treten die Anhöhen des Schievelsberges, eine alte Dingstätte, nahe heran. Etwas entfernter ziehen sich im weiten Umkreis die Vorberge der Eifel schützend herum. Die beiden Orte unterscheiden sich äußerlich in nichts von den zahlreichen Dörfern der fruchtbaren Voreifel. In geschichtlicher Hinsicht haben sie schon deshalb eine stärkere Bedeutung, weilsie in der alten Bannmeile der ca. 5 Kilometer entfernten Römerstadt Zülpich fest an die Schicksale und Ereignisse gebunden sind, denen das ehrwürdige Tolbiacum (Zülpich) unterworfen war. Das hohe Alter der Zwillings-Dörfer bekunden die schon aus römischer Zeit herrührenden zahlreichen Funde, die in den Ortschaften und in den angrenzenden Fluren gemacht worden sind.

Für die Bedeutung, die den Dörfern im Mittelalter zukam, sprechen die großen Burganlagen, mit denen sowohl Lövenich als auch Linzenich ausgestattet waren. In Lövenich bildeten Kirche und Burg ein einheitliches, von Mauern und Gräben umfriedetes Ganzes, von dem heute nur noch die Kirche erhalten ist. Im Jahre 1872 wurden die letzten Reste des Burggrabens zum Zwecke des Straßenbaus aufgefüllt. Ein besseres Geschick war der Burg zu Linzenich beschieden.

Zwar hat auch sie ihr mittelalterliches Gewand abgestreift, dennoch lebt sie als stattliches Gut fort. Um die Kraft des Rotbaches auszunutzen, entstanden am Laufe des Flusses, der seine Namensgebung dem eisenhaltigen Boden im Quellgebiet von Bleibuir und damit seiner zeitweisen Rotfärbung verdankt, einige Mühlen. In Lövenich entstand eine Mehlmühle, die sich nach ihren früheren Besitzern Ludersdorfer, Aachener oder Colyns-Mühle nannte. Unterhalb von Lövenich stand die heute nicht mehr existierende 1635 urkundlich genannte Stein-Mühle.

Teilweise erhalten ist die aus dem Eigentum der Probstei Zülpich stammende Probst-Mühle etwas außerhalb von Lövenich. Zwischen den beiden Ortschaften befindet sich unter alten Bäumen versteckt die Pfeiffer- oder Nonnen- Mühle. Als ursprüngliche Mehlmühle jahrhundertelang zum Nonnenkloster in Zülpich- Hoven gehörend, gelangte sie 1830 in den Besitz des Oelmüllers Pfeiffer und wurde somit zur Oelmühle. Der Oelmüller Pfeiffer war ein echtes Musikantenblut. Um ihn versammelten sich einige Dorfmusikan-ten, mit denen Vater Pfeiffer dann Tänze für die Kirmes und Musikstücke für festliche Gelegenheiten übte.

Diesem Oelmüller wurde am 3. Juli 1875 ein Sohn mit dem Namen Theodor geboren. Theodor Pfeiffers Talent wurde schnell erkannt. Von mehreren Geistlichen gefördert, konnte er in Aachens Gregorius-Haus aufgenommen werden und hatte somit das Glück, in die hohe Kunst der Kirchenmusik eingeführt zu werden.

Als Organist, Chordirigent, Musik- und Gesangslehrer erlangte er über die Grenzen hinaus ein großes Ansehen. Durch ihn entstanden bekannte Kirchenlieder, die als grundlegende Themen auch heute noch Verwendung zu Messen finden. Er starb am 29. Dezember 1936 nach einem gesegneten Leben in Aachen.

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