St. Gertrudis Juntersdorf gehört zu den kleinsten Pfarreien des Erzbistums Köln, an der Grenze zum Bistum Aachen. Zwischen 1754 und 1760 erfolgte die Erhebung zur Pfarrei. Heute ist Juntersdorf eine selbständige Rektoratspfarrei.
 
Patronin der Juntersdorfer Pfarrkirche ist die hl. Gertrud von Nivelles (geboren 626, + 17. März 659), Tochter Pippins I., Hausmeister der merowingischen Könige und Stammvater der Karolinger und der Itta. Gertrud war Äbtissin in dem von ihrer Mutter gegründeten Kloster bei Nivelles in Belgien. Der Zweitpatron der Kirche ist der hl. Servatius, Bischof von Tongern (+um 384). Der heutige Hauptaltar vom Ende des 17. Jh. zeigt ein Bild Christi am Kreuz, zu seinen Füßen die hl. Gertrud und den hl. Servatius, dabei die Wappen des Balduin von Harff zu Juntersdorf und seiner Gattin Maria Isabella von Bock.

Die katholische Rektoratskirche St. Gertrudis geht auf eine fränkische Gründung als Königskapelle zurück, ihr romanischer Kern stammt aus dem 12 Jh., Chor und Turm stammen aus dem 15./16. Jh. und die Sakristei aus dem 18./19. Jh. Die Sakristei ist bei der Renovierung 1964-68 umgestaltet und vergrößert worden. Die alten Wandmalereien in der Kirche wurden überstrichen. Die Kirche ist ein Sandsteinkleinquaderwerk mit kräftiger Eckquaderung, durchsetzt mit römischen Flachziegeln. Es wird vermutet, dass diese Ziegel von einem römischen Wachtturm oder Signalturm stammen, der auf der Anhöhe stand. Der umliegende alte Friedhof ist von einer Bruchsteinmauer umgeben, in die alte Steinkreuze, teilweise noch aus der Zeit des 30-jährigen Krieges, eingebaut sind. Seit 1983 steht die Kirche unter Denkmalschutz.

Der letzte ortsansässige Priester, Pfarrer Leo Wachten, war von 1924 bis zu seinem Tode 1962 in Juntersdorf tätig. Danach wurde die Pfarrei durch einen Pater der hl. Familie in Düren betreut. Seit 1980 sind Priester tätig, die gleichzeitig mehrere Gemeinden führen. Jährlich werden zwei Prozessionen gehalten, die Fronleichnamsprozession und eine Pfarrprozession zum Fest “Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel”. Diese beiden Prozessionen sind urkundlich schon in einem Visitationsbericht der Kölner Bischöfe von 1721 erwähnt. Ebenso werden noch die Bittprozessionen vor Christi Himmelfahrt durchgeführt. Im Jahre 1991 ging mit der Primiz eines Franziskanerpaters, nach fast 200 Jahren, wieder ein Geistlicher aus der Gemeinde hervor. Die Kirche hat das Schulgebäude von der Stadt erworben. Es wird seitdem als Pfarrheim genutzt. Die Pfarrgemeinde feiert jedes Jahr im Juni ihr Pfarrfest.

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