Die Ortsanlage Niederelvenich entwickelte sich im Hochmittelalter (1302) in der Nähe einiger größerer Lehnhöfe der Abtei Prüm (Weidendorfhof, Probsthof, Tahlhof, Haus Busch).

Von den vier hier genannten Prümer Lehenshöfen, um die Niederelvenich entstanden ist, besteht nur noch Haus Busch, eine Burg unmittelbar in die sumpfige Niederung auf der anderen Seite des Baches gebaut, mit dem sie ursprünglich durch Gräben verbunden war.

Die historischen Nachrichten sind spärlich. Im 15 Jh. ging die Burg durch Heirat des Grafen Beissel von Gymnich an Michael von dem Bongart, dessen Schwester Katharina sie 1545 erbte. Sie war mit Johann von Efferen gem. Hall verheiratet und schon ihr Sohn Daem von Efferen nannte sich 1546 von Hall zu Busch, da er hier auch wohnte. Haus Busch wird in dieser Zeit zu den besser ausgestatteten Adelssitzen des Landes gehört haben. 1692 kaufte die verwitwete Anna v. Groote den landtagsfähigen kurkölnischen Rittersitz. Ihr Sohn Ferdinand, Komtur des Malteser-Ordens, begann den ehrgeizigen Ausbau der mittelalterlichen Burg zum barocken Landschloß. Dass der Komtur aus altem Kölner Patriziergeschlecht vor Vollendung seines ländlichen Traumes nach Tunis ging, beruht nach einer Familienüberlieferung auf einer gelösten Verlobung. Bis heute präsentiert sich Haus Busch im wesentlichen so, wie es im 18. Jh. unvollendet liegen blieb.

Ein modernes Scheunendach überdeckt heute die Reste eines Gebäudes, das mindestens drei Bauphasen des Mittelalters in sich birgt und für seine Zeit nicht weniger aufwendig war, als das nicht fertiggestellte Barockschloß. Der noch am besten erhaltene Teil ist der mächtige Keller mit drei Tonnen-gewölbten Räumen, über den sich ein querrechteckiger Bau erhob. Dieser entstand seinerzeit über einem älteren und wohl kleineren Burghaus, von dem im westlichen Kellerraum ein rundes (Turm-) Fundament erhalten ist. Dieser älteste hier faßbare Bau scheint ganz abgebrochen und sein Material im Neubau des 15. Jh. verwendet worden zu sein. In den gewölbten Stürzen einiger Kellerfenster sind tönerne Fußbodenplatten mit glasierter und ornamentierter Oberfläche aus dem 14. Jh. verarbeitet. Die letzte Ausbauphase des mittelalterlichen Burghauses hat um 1500 stattgefunden. Wie der Bau, der im 16. Jh. aus verschiedenen alten Bestandteilen zusammengeschlossen wurde, dann tatsächlich im 18. Jh. kurz vor seinem Abbruch ausgesehen haben muß, kann man in Darstellungen des Hauses Busch von 1730, nach dem Neubau der Vorgebäude, aber noch vor dem Abbruch des alten Herrenhauses, sehen.

Die Darstellungen lassen in zweifacher Hinsicht Bedauern aufkommen, zum einen, dass das alte Herrenhaus nicht mehr besteht und zum anderen, dass das Neue gar nicht erst gebaut wurde. Niederelvenich entstand aus unregelmäßig angeordneten Fachwerkhöfen des 17. Jh., giebelständigen Fachwerkwinkelhöfen des 18. und 19. Jh. sowie einigen Backsteinhöfen des 19. Jh. im Ortskern. Ältere Bausubstanz ist wegen Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg nicht mehr erhalten. Probsthof und Weidenhof, um die sich Niederelvenich entwickelt hat, lagen im heutigen Ortskern. Als ehemals geistlicher Besitz wurden sie während der französischen Besatzung säkularisiert, im 19. Jh. parzelliert und danach abgebrochen. Eine starke Verdichtung der Bebauung im gesamten Dorfbereich ist im Jahre 1893 zu verzeichnen. Der alte Ortskern hat seine Struktur erreicht, wie er auch heute noch im Großen und Ganzen besteht. Auf Teilen der ehemaligen Eisenbahntrasse sowie im nordöstlichen Zipfel entstehen neue Häuser in den 60er Jahren. Im Nordwesten beginnt eine zweite Erweiterung zunächst mit öffentlichen Gebäuden. Hier entsteht 1966 eine neue Schule und die erste eigene Kirche. Diese beiden Baugebiete werden jetzt zusammengeführt durch die Bebauung mit Einfamilienhäusern.


Städtische Einrichtungen

Nach einer Urkunde vom 14.03.1736 errichtete die Gemeinde in diesem Jahr die erste Schule für die Dörfer Wichterich, Mülheim und Niederelvenich. In Niederelvenich wurde am 22.01.1868 eine neu errichtete Schule eröffnet. Erster Lehrer von Niederelvenich war Peter Cremer. Sein Nachfolger wurde am 27.04.1876 Joseph Schäfer, der nach 36jähriger verdienstvoller Tätigkeit an der überaus stark frequentierten Schule in den Ruhestand trat. Es folgten die Lehrer Trach, Schneider, Müller.


Schulneubau

Der Bau der neuen zweiklassigen Schule in Niederelvenich sollte gestrichen werden und dafür eine größere in Wichterich entstehen. Für die Kinder von Niederelvenich täglich ein Fußweg von 4 km. Am 18.02.1959 äußerten die Bürger durch einen Schweigemarsch nach Wichterich zur Gemeinderatsversammlung mit Transparenten ihren Protest."Wir kämpfen um die Schule". Durch diesen Einsatz wurde die Schule in den sechziger Jahren gebaut. Heute befindet sich in diesem Gebäude ein Kindergarten.

Datenschutzhinweis