Jedes Jahr zur Kirmeszeit wird den Schwerfenern wieder bewußt, daß im vergangenen Jahr einige Familien nach Schwerfen zugezogen sind.
 
Da diese Menschen aber im eigentlichen Sinne immer noch “Auswärtige” sind und dieses ja kein Zustand von Dauer sein kann, werden diese Menschen gefragt, ob sie nicht gewillt sind, waschechte Schwerfener zu werden.

Wie? Das geht ganz einfach.
Am Kirmesmontag geht vom Festzelt aus ein Zug durchs Dorf, begleitet von unserem Tambourcorps. Bei den willigen “Neuschwerfenern” stoppt dieser Troß. Sie bekommen ihr Taufgewand um, der Kirmespastor spricht ein passendes und kurzes Stoßgebet und auf geht‘s zum Nächsten. Schließlich und endlich kommen alle am Rotbach an der Erk an. Der Kirmespastor stellt der Gemeinde die “Nochauswärtigen” vor und dabei bekommt ein jeder sein Fett weg; danach tauchen die Täuflinge ihre Füße ins kühle Naß des Rotbaches. Vereinzelt sprangen die “Fastschwerfener” aber auch einfach mit Klamotten in den Rotbach (Oktober!!!).

Auch darf hier das gesalzene Brot nicht fehlen, welches die Delinquenten essen müssen. Das altüberlieferte Schwerfenvaterunser (zur Erinnerung: Schwerfen ist hebräisch und bedeutet übersetzt “Das gelobte Land”) und unser Schwerfenliedchen runden die Sache ab. Nach Taufe, Brot und Urkunde sind unsere Täuflinge “echte Schwerfener”. Dieses wird dann beim anschließenden Kirmesabschlußball mit reichlich Freibier ausgiebig gefeiert. Daß das Freibier eine Spende der Täuflinge (und des Zeltwirtes) ist, versteht sich von selbst.

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