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Von dem extremen Hochwasserereignis am 21. Juli 2016 waren viele Menschen in den Zülpicher Ortsteilen Schwerfen und Sinzenich betroffen. Der Erftverband hatte daraufhin in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Zülpich ein Konzept zur Verbesserung des Hochwasserschutzes erarbeitet. Als erste Maßnahme wurde nun in der Straße „An der Gülichsburg“ in Schwerfen eine etwa 30 Meter lange Engstelle des Rotbachs beseitigt. Dadurch kann der Bach künftig etwa 15 Prozent mehr Wasser aufnehmen, ohne über die Ufer zu treten.

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Stellten die Maßnahmen vor, die den Hochwasserschutz in Schwerfen und Sinzenich verbessern (v.r.): Bürgermeister Ulf Hürtgen, Erftverband-Vorstand Dr. Bernd Bucher, Ottmar Voigt (Beigeordneter der Stadt Zülpich), Dr. Christian Gattke (Erftverband - Abteilungsleiter Flussgebietsbewirtschaftung) und Projektleiter Volker Gimmler (Erftverband). Foto: Stadt Zülpich | Torsten Beulen

„Es war erschreckend zu sehen, was aus dem eigentlich friedlichen Rotbach werden kann. Deshalb war es wichtig, dass hier etwas unternommen wird und dass hier Lösungen im Sinne der betroffenen Anwohner gefunden wurden“, sagte Bürgermeister Ulf Hürtgen beim Ortstermin in Schwerfen, an dem auch Erftverband-Vorstand Dr. Bernd Bucher, Ottmar Voigt, Beigeordneter der Stadt Zülpich, Dr. Christian Gattke, Abteilungsleiter Flussgebietsbewirtschaftung beim Erftverband, und Projektleiter Volker Gimmler teilnahmen. Ortsvorsteher Michael Sita fehlte aus beruflichen Gründen bei diesem Ortstermin. Er hatte sich jedoch mit großem Engagement für den präventiven Hochwasserschutz in seiner Ortschaft eingesetzt.

Dr. Bernd Bucher sprach von einem wirksamen Paket an Maßnahmen, „das dazu führt, dass der Rotbach das Wasser besser durch den Ort leiten kann.“ Der Vorstand des Erftverbandes betonte aber auch, dass die Verbreiterung des Rotbaches aufgrund der beengten Verhältnisse in Schwerfen nur ein Teil eines Kataloges an Maßnahmen sei. Das Konzept beinhaltet außerdem den Umbau der Straße „An der Gülichsburg“, damit übertretendes Wasser künftig in den Rotbach zurückgeführt werden kann. Diese Maßnahme wird die Stadt Zülpich im kommenden Jahr realisieren. Auch einige Anwohner sind bereits aktiv geworden und haben beispielsweise Mauern gezogen, um sich vor weiteren Überflutungen besser zu schützen. „Hochwasserschutz ist immer eine gemeinsame Aufgabe von Erftverband, Kommunen und Bürgern“, sagte Dr. Bernd Bucher und lobte in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Die Entfernung der Engstelle im Rotbach ist aber erst der Anfang eines ganzen Kataloges an Maßnahmen, um den Hochwasserschutz in Schwerfen und Sinzenich zu verbessern. Vergleichbare Arbeiten wie „An der Gülichsburg“ sind auch im Bereich der Virnicher Straße geplant. Außerdem werden im Bereich des Sportplatzes zusätzliche Retentionsräume geschaffen.

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In Schwerfen hat der Erftverband das Profil des Rotbaches in der Straße „An der Gülichsburg“ auf einer Länge von rund 30 Metern verbreitert. Foto: Stadt Zülpich | Torsten Beulen

Für den Ortsteil Sinzenich sieht das von Erftverband und Stadt Zülpich erarbeitete Hochwasserschutzkonzept sogar eine große Lösung vor. Dort soll der unmittelbar am Ortsrand entlang fließende Marienbach verlegt werden, um Platz für eine Geländeerhöhung zwischen Ort und Gewässer zu schaffen. Außerdem legt der Erftverband hier eine so genannte Sekundäraue an, die von Rotbach und Marienbach durchflossen wird. „Das wird auch optisch eine sehr schöne Maßnahme“, kündigte Dr. Christian Gattke an. Derzeit läuft noch das Genehmigungsverfahren beim Kreis Euskirchen. Und schließlich bekommt der Sportpatz eine neue Zufahrt und die derzeit noch existierende Brücke über den Marienbach wird abgerissen.

Das gesamte Maßnahmenpaket, das der Erftverband und die Stadt Zülpich in Schwerfen und Sinzenich, umsetzen, soll beiden Orten ausreichenden Schutz vor einem 50-jährlichen Hochwasser bieten; abschnittsweise wirkt es sogar bis zu einem 100-jährlichen Hochwasser. Bislang kam es an manchen Stellen bereits bei einem 10-jährlichen Hochwasser zu Überflutungen mit Schäden an den umliegenden Häusern. „Einen vollständigen Schutz vor Hochwasser gibt es nicht“, betonte Erftverband-Vorstand Dr. Bucher, „aber durch diese Maßnahmen werden sie definitiv seltener zu Schäden führen.“

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