Das heute einzeilige Straßendorf Weiler in der Ebene hat sich erst sehr spät aus dem allein liegenden Rittersitz abseits der großen Römerstraße Köln-Zülpich entwickelt.

Wie Boulig und Rövenich gehört es zu den wenigen Siedlungen der Region ohne unmittelbare Verbindung zu einem fließenden Gewässer, was lange Zeit die Ortsgröße sehr gering hielt.

Entstanden vielleicht aus einem fränkischen Herrenhof mit Kapelle, wird Weiler (“Wylre” oder “Wirle”) von Anfang an als freies Gut (d.h. steuerfrei und wohl immer in Adelsbesitz) im kölnischen Amt Zülpich geführt. Mindestens seit 1220 gibt es ein Adelsgeschlecht von Wirle, das hier und in der Umgebung bis nach Disternich begütert war und bis ins 15. Jahrhundert Erwähnung findet. In diesem Jahrhundert wird Weiler auch als “Haus und Hof”, also als zweiteilige Anlage bezeichnet, die sicher von Wassergräben geschützt war, aber niemals eine befestigte Burg gewesen ist. 1462 wird eine St. Ulrichs-Kapelle genannt, die schon viel früher bestanden haben wird und stets von der Pfarre St. Martin in Mersburden betreut wurde, während Weiler gerichtlich zum Hochgericht von St. Peter in Zülpich gehörte.

1803 wurde Weiler selbständige Pfarre, 1891 die heute noch bestehende Kirche errichtet. Der Adelshof war spätestens im 17. Jahrhundert in drei Anwesen geteilt worden, von denen zwei bis 1932 in Adelsbesitz blieben und der dritte bis zur Säkularisation im Jahre 1803 zum Kloster Füssenich gehörte. Aus dem Füssenicher Hof ging der heutige Hof Krewel hervor, dessen Gebäude nach dem Brand von 1819 erneuert und in den letzten Jahren zugunsten moderner Anlagen abgebrochen wurden. Auch die eng zusammengebauten beiden anderen Höfe brannten 1819 ab; nur der ältere wurde wieder aufgebaut. Seine Reste sind im Mauerwerk des vielfach umgebauten Hofes Böhling enthalten, der noch im 19. Jahrhundert zu den landtagsfähigen preußischen Rittergütern zählte.

Hof Krewel und Hof Böhling bilden nach wie vor den baulichen und historischen Kern des Ortes; südlich des ehemaligen Rittersitzes gab es eine kleinteilige Bebauung aus wenigen Häusern und Gehöften, die erst im Verlauf des 19. Jahrhundert durch die straßenfluchtenden Neubauten an der Trierer Straße vor allem nach Süden ergänzt wurde. Deren regionaltypische Fachwerk- und Backsteinhäuser, vorwiegend giebelständig, bestimmen noch immer, obwohl ganz überformt bzw. ersetzt, den Eindruck des jetzigen Straßendorfes. Die vielen seit dem letzten Krieg hinzugekommenen Neubauten konzentrieren sich auf wenige neu angelegte Seitenstraßen und lassen das historische Weiler in der Ebene noch erkennen.

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