Enzen liegt dicht am Kreuzungspunkt von fünf ehemaligen Römerstraßen. Im Bereich von Enzen wurden römische Münzen, Denksteine, Mauerreste, römische Dachziegel, eine römische Wasserleitung und ein unterirdischer Gang gefunden.

Die noch heute vorhandene künstliche Erhöhung des Kirchhofs spricht für die Existenz eines Castells in römischer Zeit. Die weitverstreute Lage der Funde deutet auf eine recht große Dimension der Ansiedlung hin. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Enzen erfolgte 893 im Prümer Urbar. Mit dem 11. Jahrhundert entsteht eine neue Adelskultur, die den Bau von dorfnahen Burgen mit sich bringt. Anfangs wurden sie nach fränkischer Tradition aus Holz gebaut, im 13. Jahrhundert findet der Übergang zur Massivbauweise statt.

In dieser Zeit wurde auch in Enzen östlich des Enzbaches eine Burg gegründet. Bauherren waren die “Herren von Enzen”, die im 12. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt wurden. Die Burg, die heute nicht mehr existiert, stand auf einer viereckigen Grundfläche, war als Zweiinselsystem gebaut und von Wassergräben umgeben. Das Dorf entwickelte sich jenseits der sumpfigen Burgaue westlich des Enzbaches zwischen der Kirche und dem Rittergut Schick entlang der heutigen Theudebertstraße. Aus der Geschichte ist ersichtlich, dass es in Enzen hauptsächlich Ackerbau und Viehzucht gab.

1279 bekam Enzen das Vogtei-Gericht, es wurden auch Todesurteile gefällt und am Schievelsberg vollstreckt. Im Jahre 1663 stieß man bei Ausschachtungsarbeiten in Enzen auf einen 2,38 m langen, 0,90 m breiten und 0,86 m hohen Steinsarg aus rötlichem Sandstein, der aus einem Stück gehauen ist (Monolith). Nachdem man den massiven Steindeckel entfernt hatte, fand man ein Skelett. Das Haupt des Toten lag in einer goldenen Schüssel.

Man vermutet, dass es sich hier um die Grabstätte König Theudeberts handelt. Viele Kostbarkeiten fand man als Grabbeilage. Einige Wertsachen dieses Grabfundes befinden sich im Besitz der Familie Krewel auf Burg Zievel in Satzvey. Der Sarkophag steht heute noch auf dem Friedhof in Enzen. 1647, kurz vor Ende des Religionskrieges, wurde Enzen total zerstört, die meisten Bewohner kamen ums Leben. Der Wiederaufbau ging langsam voran: in 40 Jahren entstanden 13 neue Häuser,

1800 waren es 30 und bis 1860 ca. 50 Häuser in Enzen. 1811 entdeckte man einen zweiten, kleineren Sarkophag aus feinem Sandstein, nur sieben bis acht Schritte entfernt von dem Königsgrab. Auch hier fand man wieder mehrere Gegenstände aus Gold und Glas.

Man vermutet, dass es sich bei dem Toten um den auf furchtbare Weise zu Tode gekommenen Prinzen Merovius handelt. Enzen hatte schon sehr früh eine eigene Bürgermeisterei. Später gehörte Enzen zur Amtsverwaltung Satzvey-Wachendorf, Enzen. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung kam Enzen 1969 zur Stadt Zülpich.

Im Laufe der Jahre wandelte sich das Bild des Ortes. Durch den Rückgang der Landwirtschaft änderte sich die Struktur des Ortes. Viele neue Häuser wurden gebaut, die Zahl der Einwohner stieg 1999 auf 641. Der bei Kanalbauarbeiten 1977 gefundene dritte Sarg steht heute vor dem Museum in Zülpich.

Der Inhalt befindet sich teils im Landesmuseum Bonn und teils im Heimatmuseum in Zülpich.

Datenschutzhinweis